ILE Laber schult Bauhofmitarbeiter
Wie lassen sich öffentliche Grünflächen naturnah pflegen und Bäume fachgerecht schneiden? Mit diesen Themen beschäftigten sich zahlreiche Bauhofmitarbeiter bei einer Schulung der ILE Laber im Bürgerhaus in Geiselhöring. Neben fachlichen Grundlagen standen praktische Tipps und der Austausch zwischen den Bauhöfen im Mittelpunkt.
Landrat Tobias Beck lobte bei der Zusammenkunft die hervorragende Arbeit der Bauhöfe im Landkreis. Insbesondere die Pflege und der Schnitt von Bäumen sowie der Erhalt und die Gestaltung öffentlicher Grünflächen prägten das Erscheinungsbild der Region. Die Bauhöfe leisteten seit Jahren ausgezeichnete Arbeit. Weiterbildungen wie diese seien wichtig, um das Wissen zu vertiefen und die Region nachhaltig weiterzuentwickeln.
Hausherr Bürgermeister Herbert Lichtinger betonte, es sei der ILE Laber wichtig, mit dieser Schulung zur Weiterentwicklung der Bauhöfe beizutragen. Die Zusammenarbeit in der ILE Laber sei der richtige Rahmen, um über Gemeindegrenzen hinweg gemeinsame Projekte umzusetzen.
Insektenfreundliche Grünflächenpflege im Fokus
Harald Götz, Kreisfachberater des Landratsamts Straubing-Bogen, der die Schulung abhielt, unterstrich die Bedeutung einer naturgerechten und zukunftsorientierten Grünflächenpflege. Die Anforderungen an die Pflege öffentlicher Flächen hätten sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten verändert. Heute gehe es zunehmend darum, Pflegekonzepte zu entwickeln, die sowohl den Anforderungen an ein gepflegtes Ortsbild als auch den Bedürfnissen von Pflanzen und Tieren gerecht werden.
Artenreiche Blühwiesen, Totholzbereiche, blühende Saumstreifen, naturnahe Hecken sowie Gewässer- und Straßenränder könnten wertvolle Lebensräume schaffen. Gerade angesichts des Klimawandels sei es wichtig, bestehende Lebensräume zu verbessern und neue Rückzugsorte für heimische Tier- und Pflanzenarten zu ermöglichen.
Totholz bewusst liegen lassen
Eine besondere Bedeutung komme dabei dem Totholz zu. Ob in Gärten, Wäldern oder auf öffentlichen Flächen – abgestorbenes Holz sei ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Arten. Allein rund 5.000 heimische Käferarten seien auf Totholz als Lebensraum angewiesen. Wo es möglich sei, sollten entsprechende Bereiche deshalb bewusst erhalten oder geschaffen werden.
Für eine naturgerechte Landschaftsgestaltung empfahl Götz unter anderem, Grünflächen seltener und abschnittsweise zu mähen, auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten und Düngemittel bedarfsgerecht einzusetzen. Auch das Anlegen und Erhalten von Blüh- und Rückzugsinseln sei sinnvoll, sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich. Teilflächen sollten zudem über den Winter stehen bleiben, um Insekten und anderen Tierarten Schutz und geeignete Überwinterungsmöglichkeiten zu bieten.
Auch beim Mähen gebe es Optimierungsmöglichkeiten. Entscheidend sei, die Pflege an die jeweiligen Flächen und ihre ökologischen Funktionen anzupassen. Neben den fachlichen Grundlagen sei dafür auch ein Umdenken in der Gesellschaft erforderlich: Nicht jede Fläche müsse zu jeder Zeit vollständig gemäht und aufgeräumt sein, um gepflegt zu wirken.
Fachgerechter Schnitt in Theorie und Praxis
Im theoretischen Teil zum Obst- und Laubgehölzschnitt vermittelte Kreisfachberater Stefan Heller die wichtigsten Grundlagen für einen fachgerechten und nachhaltigen Gehölzschnitt. Dabei ging es unter anderem um den richtigen Schnittzeitpunkt, geeignete Schnitttechniken und die Förderung eines gesunden Wuchses. Ziel ist es, die Vitalität der Bäume langfristig zu erhalten und ihre Entwicklung durch gezielte Pflegemaßnahmen positiv zu unterstützen.
Im praktischen Teil widmeten sich die Teilnehmer dem fachgerechten Schnitt von Obst- und Laubgehölzen im Freizeitgelände der Stadt Geiselhöring. Als Referent war mit Hans Krempl vom OGV Geiselhöring ein Experte vor Ort. Fachgerechte Pflege und regelmäßiger Schnitt würden dazu beitragen, dass sich die Bäume langfristig gut entwickeln, betonte er.
Das Thema „Umwelt und Natur“ ist für die ILE Laber seit Jahren von Bedeutung: Im Rahmen des Förderprogramms „Streuobst für alle!“ wurden im Jahr 2024 nahezu 600 Obstbäume an Privatpersonen, Kommunen und Vereine verschenkt und alljährlich werden die Bäume der Region, welche abgeerntet werden dürfen, mit einem gelben Band gekennzeichnet.
Stefan Klebensberger, Umsetzungsmanager der ILE Laber, bedankte sich für die kontinuierliche Unterstützung der Bauhöfe bei regionalen Projekten und Veranstaltungen der Gemeinden und der ILE – vom Labertaler Kulturabend über das Kleinprojekt mit den 15 Himmelsliegen bis hin zu früheren Obstbaum-Ausgaben. „Unsere Bauhöfe sind unverzichtbare Partner für die Entwicklung unserer Region. Sie setzen Projekte vor Ort um, pflegen unsere Landschaft und tragen dazu bei, dass aus gemeinsamen Ideen konkrete Maßnahmen werden. Der fachliche Austausch und die Weiterbildung stärken diese wichtige Arbeit und kommen letztlich der gesamten Region zugute“, betonte Stefan Klebensberger.
