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Goldene Ehrenzeichen für die Bücherei-Damen

Elisabeth Niedermayer und Gerda Greß sind zwei Geiselhöringerinnen, die die Stadt- und Pfarrbücherei im Bürgerhaus im besten Sinne geprägt haben: Seit beinahe drei Jahrzehnten kümmern sich die beiden als Team mit sehr viel Herzblut darum, die kleinen und großen Besucher mit passendem Lesestoff und sonstigen Medien zu versorgen. Elisabeth Niedermayer leitet die Bücherei heuer exakt seit 30 Jahren, Gerda Greß steht ihr seit 28 Jahren zur Seite. Für ihre großen Verdienste um die katholische Büchereiarbeit hat ihnen jetzt der Sankt Michaelsbund jeweils das Ehrenzeichen in Gold verliehen.

Der Sankt Michaelsbund wurde 1901 gegründet und ist das zentrale Medienhaus und der älteste Büchereifachverband der katholischen Kirche in Bayern. Er unterstützt über 1.000 katholische öffentliche Büchereien in Bayern - darunter auch die Geiselhöringer Stadt- und Pfarrbücherei, die ihr Domizil in den historischen Räumen im 1. Stock des Bürgerhauses am Stadtplatz hat. Und deren Gesichter Elisabeth Niedermayer und Gerda Greß sind. Gemeinsam haben sie die Bücherei zu dem attraktiven Treffpunkt für Jung und Alt in der Stadt gemacht, der er heute ist.

Wie sehr die Arbeit der beiden Frauen geschätzt wird, kam jetzt bei einem kleinen Festakt zum Ausdruck, der in der Bücherei anlässlich der Verleihung der Goldenen Ehrenzeichen des Sankt Michaelbundes stattfand. Extra aus München angereist waren dazu Willi Schreiner, stellvertretender Vorsitzender im Landesverband des St. Michaelbundes, sowie Dr. Claudia Pecher, Leiterin der Landesfachstelle für Büchereien und Bildung im Sankt Michaelbund. Verstärkt wurde der hohe Besuch von Christina Schnoedt, der Leiterin der Diözesanstelle des Sankt Michaelsbundes in Regensburg. Sie alle begrüßte Bürgermeister Herbert Lichtinger herzlich im Bürgerhaus, genauso wie Pfarrer Josef Ofenbeck sowie Stadträtin Angela Ramsauer vom  Kuratorium der Stadt- und Pfarrbücherei Geiselhöring und Stadtrat Helmut Bauer vom Kulturausschuss der Stadt. Vollständig machte die Gästerunde Rosi Kubicke, die dem Bücherei-Team seit 2022 eine wertvolle Stütze im Ausleih-Alltag ist. Und natürlich war auch die Germanistin und Pädagogin Susanne Neumann aus Straubing gekommen, die die Leitung der Bücherei übernehmen wird, wenn Elisabeth Niedermayer Ende des Jahres in den Ruhestand geht.

Herzliche Worte des Danks

Von allen Seiten gebührten Elisabeth Niedermayer und Gerda Greß warme Worte des Danks für ihren jahrzehntelangen großen Einsatz für die Bücherei. „Ich weiß, mit welchem Herzblut ihr für uns tätig seid und wie sehr ihr euch über das normale Maß hinaus engagiert und einbringt. Das ist nicht selbstverständlich“, betonte Bürgermeister Herbert Lichtinger aus Sicht der Stadt. Pfarrer Josef Ofenbeck bescheinigt den Frauen, dass sie durch ihre Arbeit ebenfalls ein Stück Seelsorge leisten würden, weil sie immer ein offenes Ohr für die Besucher hätten.

Willi Schreiner berichtete, dass es nicht selbstverständlich sei, dass sich Stadt und Pfarrei so stark machen für ihre Bücherei wie in Geiselhöring. Das  Credo des 2. Vorsitzenden des St. Michaelbundes: „Das Lesen ist das Wichtigste für das Gehirn, nicht das Tablet!“ Dr. Claudia Pecher attestierte dem Team: „Euer Herz ist bei den jungen Familien.“ Die Bücherei ermögliche Teilhabe für alle in der Gesellschaft, schließlich koste ein Bilderbuch gerne mal 30 Euro.

Die Leiterin der Landesfachstelle für Büchereien und Bildung im Sankt Michaelsbund hatte für das Team gleich mehrere Geschenke dabei: Zum einen eine Aktionsplakette, die die Bücherei als „Lernort der Demokratie“ ausweist, entsprechend einem gemeinsamen Projekt zur Demokratieförderung des Sankt Michaelsbundes mit der KEB. Daneben hatte sie eine Kiste mit Kinderbüchern mitgebracht, allesamt Neuerscheinungen verschiedener Verlage. „Und außerdem erhalten Sie ein wenig Kleingeld von mir für weitere Neuanschaffungen“, verkündete sie mit einem Augenzwinkern. Christina Schnoedt hatte schließlich die schöne Aufgabe, zuerst an Elisabeth Niedermayer und dann an Gerda Greß „in dankbarer Anerkennung für die Verdienste um die katholische Büchereiarbeit in Bayern“ jeweils das Ehrenzeichen in Gold des Sankt Michaelsbundes in Form eines Ansteckers und einer Urkunde zu überreichen.

Blick in die Geschichte

Dann ergriff Elisabeth Niedermayer das Wort und schilderte den Gästen, wie die Bücherei zu dem Ort geworden ist, der er heute ist. 1996 sei sie zunächst zur Unterstützung der damaligen Bücherei-Leiterin Margit Raab eingestellt worden . „Damals hatten wir nur die beiden Zimmer auf der rechten Seite des Ganges im 1. Stock des Bürgerhauses, und alle Ausleihen wurden noch per Hand mit Buchkarten gemacht.“ Als Margit Raab 1998 in Rente ging, übernahm Elisabeth Niedermayer die Leiterin der Bücherei und bekam noch im gleichen Jahr Gerda Greß als Verstärkung zur Seite gestellt.

In den beiden Bücherei-Räumen samt Ausleihtheke war es damals freilich ziemlich eng. Deshalb ergriff Elisabeth Niedermayer sofort die Initiative zur Erweiterung, als die Geschäftsstelle der Laber-Zeitung 1999 aus dem Raum gegenüber des Gangs auszog. Ihr Anliegen, dieses freigewordene Zimmer der Bücherei anzugliedern, fand im Rathaus Gehör: Innerhalb vier Monaten wurde die Bücherei komplett ausgeräumt und alles wurde renoviert.  Durch den Einbau der  Glastür im Gang konnte sogar noch ein weiterer zusätzlicher Raum für die Ausleihtheke geschaffen werden. „Plötzlich hatten wir mehr Platz, alles war viel offener, wir konnten Bücher ausstellen und dekorieren – die Erweiterung war ein Meilenstein für diese Bücherei“, betonte Elisabeth Niedermayer. Zugleich hielt die EDV Einzug, nach und nach wurden alle Bücher mit dem Computer erfasst.

10.000 Entleihungen mehr

Der Erfolg gab dem Bücherei-Team recht: Den Leuten gefiel die „neue Bücherei“ sehr und die Zahl der Entleihungen stieg innerhalb eines Jahres rapide von 22.000 auf 32.000. Seitdem hält sich die Zahl der Ausleihen konstant auf einem Niveau von fast 30.000, berichtete Elisabeth Niedermayer. Ein weiteres Mal wurde die Bücherei dann um den jetzigen Raum mit den Kindersachbüchern und der Podest-Treppe zum Hinsetzen und Schmökern erweitert. Heute habe die Bücherei insgesamt 9.452 Medien - davon sind 4.428 Kindermedien - im Bestand und könne auf 800 aktive Leser zählen, die mindestens einmal im davon Jahr kommen.

Die Bücherei sei eine feste Größe in Geiselhöring, konstatierte Elisabeth Niedermayer. Der Medienbestand sei sehr aktuell und die Ausleihe sei immer noch kostenlos. „Ein großes Danke gilt der Stadt und der Pfarrei, dass ihr die Bücherei finanziert“, wandte sie sich an Bürgermeister Herbert Lichtinger und Pfarrer Josef Ofenbeck. „Das ist einfach großartig!“ Die Bücherei habe sich zu einem großen, bunten Wohnzimmer entwickelt, wo man gerne hingeht und ein wenig verweilt. „Ich wünsche mir, dass das auch weiterhin so bleibt“, meine sie mit Blick auf ihren Ruhestand.

Mit Blick auf ihre Nachfolgerin Susanne Neumann ist ihr dabei aber nicht bange: „Sie ist ein absoluter Glücksgriff“, betonte Elisabeth Niedermayer. Davon konnten sich die Gäste überzeugen, als die Germanistin und Pädagogin bei einem „Blick in die Zukunft“ nur so vor Energie sprühte. Sie erklärte, wie sie die Bücherei unter dem Motto „Wir bringen das Lesen in die ganze Familie“ weiterführen will. Zugleich bedankte sie sich zum einen mit herzlichen Worten bei Elisabeth Niedermayer für die Einarbeitung in die Welt der Bücherei und brachte zum anderen ihre Freude über den künftigen Büchereialltag mit Gerda Greß und Rosi Kubicke als Kolleginnen zum Ausdruck: „Die Zusammenarbeit mit euch macht einfach Spaß!“   

Bildinfo: Die Geehrten Elisabeth Niedermayer (5.v.l.) und Gerda Greß (6.v.l.) umrahmt von ihren Bücherei-Kolleginnen Rosi Kubicke (5.v.r.) und Susanne Neumann (4.v.l.), Willi Schreiner (rechts), Dr. Claudia Pecher (2.v.r.) und  Christina Schnoedt (3.v.l.) vom Sankt Michaelsbund, Bürgermeister Herbert Lichtinger (3.v.r.), Pfarrer Josef Ofenbeck (2.v.l.) und den Stadträten Angela Ramsauer (4.v.r.) und Helmut Bauer (links).  (Foto: Claudia Kammermeier)

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