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Bauausschuss stimmt Befreiungsanträgen zu

Der Dauerbrenner schlechthin stand gleich als oberster Punkt auf der Tagesordnung der ersten Sitzung des neuen Bauausschusses: Ein Hausbesitzer hatte für seinen Gartenzaun einen Antrag auf Befreiung von den Vorgaben des Bebauungsplans gestellt. Das neue Gremium präsentierte sich sehr harmonisch und fällte die Entscheidung zugunsten eines Metallzaunes anstelle eines Holzzaunes genauso einstimmig wie alle anderen Beschlüsse in der Sitzung.

Die sieben Mitglieder des Bauausschusses unter dem Vorsitz von Bürgermeister Herbert Lichtinger sind Franz Stierstorfer, Tobias Paßreiter und Andreas Häring von der CSU, Fritz Frank und Stefan Singer von den Freien Wählern, Helmut Bauer von der AfD/FG  sowie Ludwig Kerscher von der SPD. Neben den bisherigen Bauausschuss-Mitgliedern Franz Stierstorfer, Tobias Paßreiter und Fritz Frank also vier neue Gesichter, die es mit dem Befreiungsantrag bezüglich eines Bauzauns an der Lisztstraße gleich zu Beginn der Sitzung mit einem Bauausschuss-Klassiker zu tun hatten, der ihnen noch öfter begegnen wird.

Als Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen erklärte ihnen Simon Eisenhut die Details dazu. Der Bauherr möchte Richtung Straße einen senkrechten Metallzaun anstatt eines senkrechten Holzlattenzauns bauen und als seitliche Einfriedung einen Stabmattenzaun anstatt eines Maschendrahtzaunes, wie es der Bebauungsplan eigentlich jeweils vorschreibt. Die vorgegebenen Gesamthöhen von einem Meter zur Straße und 1,20 Meter seitlich würde er jeweils einhalten. Im selben Straßenzug durften bereits Nachbarn Metallzäune sowie Stabmattenzäune anstelle von Holzzäunen errichten, argumentierte der Antragsteller. Die Ausschuss-Mitglieder sahen in der neuerliche Ausnahme kein Problem und stimmten dem Antrag auf eine isolierte Befreiung allesamt zu.

Kein weiteres Treppenhaus in der Malzfabrik

Ebenso einstimmig erteilten sie einem jungen Paar das gemeindliche Einvernehmen für ihr Vorhaben an der Herderstraße, ihre bestehende Fertigteilgarage abzureißen und an ihrer Stelle eine Doppelgarage mit Abstellraum zu errichten. Zwar können durch den Neubau an der südöstlichen Baugrenze die notwendigen Abstandflächen nicht eingehalten werden, aber dadurch ergeben sich für niemanden Beeinträchtigungen. Wie schon beim ersten Tagesordnungspunkt hatten alle Nachbarn dem Vorhaben zugestimmt, und genauso geschlossen erteilten die Räte in der Sitzung das gemeindliche Einvernehmen.

Dann bekam der Ausschuss einen Einblick in die Pläne zur Sanierung der Malzfabrik. Es  lag ein Tekturantrag zur Änderung der erteilten Baugenehmigung vor. Konkret ging es um die Treppenhäuser in dem Denkmalschutzobjekt. Neben dem bestehenden Treppenhaus sollte ursprünglich ein zweites Treppenhaus in das historische Backstein-Gebäude eingebaut werden. Jedoch kann dieses weitere Treppenhaus nach Rücksprache mit den Ingenieuren für Brandschutz und Statik über alle Geschosse hinweg entfallen. An der Stelle, wo es geplant war, soll nun der Aufzug eingebaut werden, zumal dort wegen der ehemaligen Kaminanlage eh schon ein Loch in der Decke vorhanden ist. Beim Bestandtreppenhaus dagegen, wo der Aufzug ursprünglich seinen Standort bekommen sollte, können durch den Verzicht  auf den Eingriff in die Bausubstanz die historischen Kappendecken vollständig erhalten werden. Ebenso kann durch den Wegfall des weiteren Treppenhaues das komplette Holztragwerk in dem ursprünglich dafür vorgesehenen Bereich bestehen bleiben. Nachvollziehbare Argumente, warum auch hier das Ja der Bauausschuss-Mitglieder zu dem Tekturantrag reine Formsache war.

Metallbearbeitung statt Pferdehaltung

Um die Pläne eines jungen Wallkofeners ging es im nächsten Tagesordnungspunkt. Er möchte auf seinem landwirtschaftlichen Anwesen im Außenbereich einen ehemaligen Pferdestall umnutzen, um dort einen kleinen nebenerwerblichen Metallbau- und Reparaturbetrieb einzurichten. Der  Industriemeister Metall und technische Betriebswirt möchte in dem umfunktionierten Stall kleinere Metallkonstruktionen wie Zäune und Geländer herstellen, Reparatur- und Anpassungsarbeiten an Metallbauteilen anbieten und landwirtschaftliche Anbaugeräte warten und instandsetzen. Die Arbeiten sollen vor allem werktags in den Abendstunden sowie gelegentlich samstags tagsüber stattfinden, und zwar überwiegend innerhalb des Gebäudes. Geräuschen sollen nur in dem Umfang entstehen, wie sie bei einem kleineren handwerklichen Werkstatt üblich sind. Die Belange des Emmissionsschutzes wird das Landratsamt aber im Zuge des Genehmigungsverfahrens noch prüfen. Die Bauausschuss-Mitglieder wollten dem Nebenberufs-Glück des fleißigen jungen Mannes jedenfalls nicht im Weg stehen: Sie erteilten unisono das gemeindliche Einvernehmen für die Nutzungsänderung. 

Bereits in der April-Sitzung hatten die damaligen Bauausschuss-Mitglieder Gelände-Aufschüttungen auf einem Baugrundstück im Baugebiet Kirchmarterfeld in Hadersbach zugestimmt, damit dort ein rollstuhlgerechtes Einfamilienhaus errichtet und ein barrierefreier Garten angelegt werden kann. Im Zuge dessen ist auf dem nördlichen Bestands-Nachbargrundstück der Bau einer Stützmauer notwendig, die als Natursteinmauer ausgeführt werden soll. Weil diese Mauer aber 70 Zentimeter statt 50 Zentimeter hoch werden muss wie es der Bebauungsplan eigentlich maximal erlaubt, war eine neuerliche Zustimmung des Bauausschusses erforderlich. Darauf hatte das Landratsamt Straubing-Bogen die Bauverwaltung aufmerksam gemacht. Auch hier erteilte das Gremium nun ohne zu zögern seine einhellige Zustimmung. Nur Neu-Stadtrat und Bau-Ausschussmitglied Andreas Häring stimmte nicht mit; er hatte selber darauf hingewiesen, dass er in diesem Fall als Inhaber der ausführenden Baufirma wohl als befangen gelte. Bürgermeister Herbert Lichtinger bedankte sich für den Hinweis und gab ihm Recht, dass er wegen persönlicher Betroffenheit nicht mitstimmen dürfe.

Feldweg-Teilstück wird eingezogen

Zum Schluss gab Simon Eisenhut bekannt, dass ein 81 Meter langes Teilstück eines öffentlich gewidmeten früheren Feld- und Waldweges, das heute mit dem Parkplatz des Aldi-Marktes überbaut ist, offiziell eingezogen wird. Die Bauverwaltung ist im Zusammenhang mit der Planung und Erschließung des Baugebietes „Geiselhöringer Feld“ darauf aufmerksam geworden, dass dieses Teilstück jegliche Verkehrsbedeutung schon vor längerer Zeit verloren hat. Der Bauausschuss hatte deshalb schon vergangenes Jahr den Beschluss gefasst, das Teilstück einzuziehen.  Dieser Beschluss wird nun vollzogen, nachdem auf die offizielle Bekanntmachung dieser Absicht hin innerhalb drei Monaten keine Einwände dagegen vorgebracht worden sind.

Unter „Wünsche und Anträge“ ergriff zum Schluss Fritz Frank das Wort: Er sprach die beschädigten Randsteine in der Zufahrt zum neuen Baugebiet in Greißing an; diese würden ausgewechselt, gab Simon Eisenhut Auskunft. Die neu gepflanzten Bäume in Sallach würden von den Mitarbeitern des Bauhofs gegossen, darum müssten sich nicht die Anwohner kümmern, beantwortet Eisenhut eine weitere Frage. Und die laut Frank „immer tiefer werdenden Löcher“ vor der Alten Schmiede in Haindling würden genauso überprüft wie die Absenkungen, die sich laut Franz Stierstorfer bei einigen Kanaldeckeln in Greißing gebildet haben und die beim Drüberfahren störende laute Geräusche verursachen würden.

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