
Nur knapp elf Wochen Bauzeit: Neue Kita nimmt Betrieb auf
„Es ist voll schön hier!“ antwortet das blondhaarige Mädchen mit einem breiten Grinsen auf die Frage, ob es ihr in dem neuen Kindergarten gefällt. Ihre Augen strahlen, als sie in den Sitzkreis ihrer Gruppe springt: Die Vierjährige ist eines der Kinder, die jetzt die neu errichtete Kindertagesstätte am Kleinen Kaiser bezogen und damit mit Leben gefüllt haben. Gleich am ersten Morgen hat Bürgermeister Herbert Lichtinger die Kinder und das Personal besucht, um sich zu überzeugen, dass der Umzug vom Pfarrheim in den fristgerecht fertig gewordenen Neubau in Containerbauweise gut geklappt hat.
„Herzlich willkommen. Schön, dass du da bist!“ steht auf den bunten Karton-Schmetterlingen, die die Kinder und ihre Eltern gleich am Eingang von einer Erzieherin erhalten, als sie an diesem ersten Morgen den Neubau zum offiziellen Start des Kita-Betriebes betreten. Die Eltern bleiben aber nicht lange: Sie dürfen gerade noch beim Hausschuhe-Anziehen helfen, dann sind die Kleinen schon weg, um mit ihren Freunden die neuen Räume zu erkunden.
Die Mamas und Papas sind froh, dass ihren Kleinen so begeistert sind von ihrem neuen Betreuungsort – und sie selber sind es auch. Einige Eltern stehen draußen noch beieinander und schwärmen von den großen, hellen Räumen, in denen es dank Akustikpaneelen an den Decken gar nicht hallt. Im langen Flur, an den sich links und rechts die Krippen-, Kindergarten- und Gemeinschaftsräume anschließen, ist der freundliche gelbe Linoleum-Boden in einem Stück verlegt, an den Wänden reihen sich nahtlos die Garderoben der Kinder aneinander. Mit Klima-Splitgeräten wird das Gebäude sowohl beheizt als auch gekühlt. „Man merkt überhaupt nicht, dass der ganze Bau aus Containern besteht“, bringt es eine Mutter auf den Punkt.
Neue Heimat für Frösche, Biber und Schildkröten
Das achtköpfige Personal um Leiterin Tanja Salbinger ist mindestens genauso begeistert von seiner neuen Wirkungsstätte. Vorbei die beengten Zeiten im Pfarrheim: Hier haben die „Frösche“ und die „Biber“ jeweils einen eigenen Gruppenraum samt Nebenraum, die Krippengruppe der „Schildkröten“ hat einen separaten Ruheraum zum Schlafen. Dabei ist im Übrigen immer jemand vom Personal mit im Raum, damit die Kleinen beruhigt schlummern, erzählt Tanja Salbinger. „Das ist einfach etwas anderes, als die Kinder von draußen mit einem Babyphone zu überwachen“, ist ihre Überzeugung. „Die Kleinen fühlen sich geborgener, wenn jemand bei ihnen ist.“
Außerdem befindet sich in der neuen Kita unter anderem ein Therapieraum, ein eigenes Besprechungszimmer für das Personal, eine große Küche, ein separater Speiseraum und ein Mehrzweckraum etwa zum Turnen, aber auch für Elternabende. „Darf ich da alleine reingehen?“ fragt ein Junge die Erzieherin mit einem skeptischen Blick in Richtung des Toilettenraums. Ja, darf er: Eine Treppe wie im Pfarrheim, über die immer jemand vom Team die Kinder nach unten begleiten musste, gibt es hier nicht mehr. Alles ist ebenerdig, die kleinen Toiletten und Waschbecken sind auf Kinderhöhe angebracht. Die Zeiten des Improvisierens mit Hockern, um auf die Kloschüssel oder an den Wasserhahn zu gelangen, sind vorbei.
47 Container auf Fundamenten verbaut
Den eigentlichen Umzug hat das Kindergartenpersonal zusammen mit den Mitarbeitern des Bauhofs gestemmt. Die Kinder durften zwei Waldtage verbringen, während im Pfarrheim alles eingepackt und an der Straubinger Straße 59a wieder ausgepackt und eingeräumt wurde. Ein paar Möbelstücke sind mit umgezogen, ein Großteil der Möblierung wurde aber den Anforderungen entsprechend neu angeschafft, alles in Absprache mit dem Personal. Vorab waren dann die Eltern schon mal mit ihren Kindern eingeladen, alles zu besichtigen, damit sie wussten, wo sie zur offiziellen Inbetriebnahme der Kita am Kleinen Kaiser hin mussten.
So schaute dann auch Bürgermeister Herbert Lichtinger zum Betriebsstart vorbei und bedankte sich beim Personal sowie bei Bauhof-Leiter Stefan Hierl für das große Engagement bei dem schnellen Umzug. Auch Bautechnikerin Sonja Mauser vom Fachbereich Planen und Bauen sowie Kämmerin Katharina Bauer waren gekommen, um sich vom gelungenen Start zu überzeugen. Vor exakt 76 Tagen, am 27. Februar, waren die Kinder vom Pfarrheim zum Freizeitgelände marschiert, um mit mitgebrachten Schaufeln tatkräftig beim Spatenstich für die Fundamente zu helfen, die den Containerbau tragen. Auf diese wurden ab Ende März innerhalb zwei Wochen von einem Kran die 43 Container und vier Sanitärcontainer des etwa 44 Meter langen und 15 Meter breiten neuen Kita-Gebäudes gehoben und montiert. Danach folgte der Innenausbau. „Die knappe Bauzeit war äußert herausfordernd“, blickt Sonja Mauser zurück. „Aber alle Firmen haben unter der Leitung des Teams der hiw Architekten GmbH aus Straubing in Abstimmung mit uns vom Bauamt super zusammengearbeitet.“ Bei einer Bauzeit von weniger als elf Wochen dürften sich alle Beteiligten auf die Schultern klopfen.
Garten und Freizeitgelände zum Rumtoben
In den kommenden Wochen werden nun noch die Restarbeiten der Terrassenüberdachungen ausgeführt und dann wird der gesamte Garten angelegt. Den Zuschlag für die Planung der Außenanlagen hat das Bogener Büro Heigl Landschaftsarchitektur/Stadtplanung erhalten. Herumtoben im Freien können die Kaiser-Kinder aber freilich auch jetzt schon: Sie genießen den Luxus, dass sie neben dem künftigen Garten das gesamte Freizeitgelände nutzen können. „Ich sehe sie jetzt schon mit ihren Bobbycars über den Fahrradübungsplatz fetzen“, meint Tanja Salbinger, die über den Standort der Kita mitten im Grünen sehr glücklich ist - genauso wie die Eltern, die zudem die vielen Parkplätze vor Ort sehr zu schätzen wissen.
Eingeweiht wird die neue Kita am Kleinen Kaiser bei einem offiziellen Festakt Anfang Juli. Die interessierte Öffentlichkeit hat die Möglichkeit, die Kita bei einem Tag der offenen Tür im Rahmen des Bürgerfestes zu besichtigen. Dieser findet am Bürgerfest-Samstag, 11. Juli, von 14 bis 16 Uhr statt.
Bildinfo: Vom gelungenen Betriebsstart in der der Kita am Kleinen Kaiser überzeugten sich (von links) Bürgermeister Herbert Lichtinger, Sonja Mauser vom Amt für Planen und Bauen, Kämmerin Katharina Bauer und Bauhof-Leiter Stefan Hierl, dessen Mannschaft zusammen mit dem Kita-Personal unter der Leitung von Tanja Salbinger (2.v.l.) innerhalb von zwei Tagen den Umzug gestemmt hat.
